In der einjährigen Ausbildung in Wildnispädagogik geht es nicht um kurzfristige Survival-Tricks oder Power-Kurse für das Wochenende. Wir arbeiten draußen und über vier Jahreszeiten hinweg. Das Ziel: Die Natur wieder als vertraute Umgebung zu begreifen und die eigenen Sinne auf das auszurichten, was uns umgibt.
Über das Jahr hinweg lernst du handwerkliche Grundfertigkeiten, schärfst deine Beobachtung und verstehst ökologische Zusammenhänge aus eigener Anschauung. Gleichzeitig geht es um Pädagogik: Wir nutzen Methoden wie das Coyote Teaching, um Wissen nicht trocken zu frontal zu vermitteln, sondern Neugier zu wecken und Lernprozesse natürlich zu begleiten. Die Ausbildung richtet sich an alle, die draußen heimisch werden wollen – egal ob für die eigene Praxis, die Arbeit mit Gruppen oder als Fundament für naturpädagogische Berufe.
Nach dem Ausbildungsjahr hast du solide Praxis in den zentralen Bereichen der Wildnispädagogik aufgebaut:
Handwerk & Grundtechniken: Reibungsfeuer zuverlässig entzünden, Unterstände aus Naturmaterialien bauen, Messer- und Werkzeugführung, Schnurherstellung und einfache Holz- und Lederarbeiten.
Wahrnehmung & Spurenlesen: Trittsiegel und Gangarten lesen, Zeichen in der Landschaft deuten und die Rufe und Warnsignale der Vögel zur Orientierung im Gelände nutzen.
Pflanzen & Ressourcen: Heimische Ess- und Heilpflanzen erkennen, sicher bestimmen und im Jahresverlauf nachhaltig nutzen.
Mentoring & Didaktik: Das Handwerkszeug des Coyote Teachings, Frage- und Aufbautechniken für Gruppen, Begleitung von Lernprozessen und der Aufbau eigener Outdoor-Formate.
Eigene Routinen: Fest verankerte Praxis (wie der regelmäßige Sitzplatz), um die eigene Naturverbindung auch im Alltag aufrechterhalten zu können.
Praktisches Handwerk: Feuerbohren, Bau von Notunterkünften, Naturhandwerk, Werkzeugkunde und Arbeit mit Naturmaterialien.
Spurenlesen & Vogelssprache: Fährtenkunde, Tierbeobachtung und Interpretation von Geräuschen und Warnrufen im Wald.
Pflanzenkunde & Ökologie: Bestimmung, Nutzung und ökologische Zusammenhänge heimischer Arten.
Naturpädagogik & Mentoring: Coyote Teaching, Fragenkunst, Methodik für Gruppenleitung und das 8-Shields-Modell.
Gemeinschaft & Alltagspraxis: Sitzplatzkultur, Kreiskultur und die Übertragung der Erfahrungen in den eigenen Lebensunterhalt oder Beruf.
Die Ausbildung erstreckt sich über mehrere Module im Jahresverlauf. Der grobe zeitliche und inhaltliche Ablauf der Wochenenden folgt einer bewährten Struktur, die Raum für Vertiefung, Campleben und Gemeinschaft lässt
Freitag (Anreise & Ankommen):
Ab 16:00 Uhr: Anreise, Einrichten des Camps und Zeltaufbau
18:30 Uhr: Gemeinsames Abendessen
20:00 Uhr: Gemeinschaft am Lagerfeuer
21:30 Uhr: Lerneinheit / Einstieg in das Wochenendthema
Ab 22:30 Uhr: Open End am Lagerfeuer
Samstag (Intensiv-Praxis & Handwerk):
08:00 Uhr: Gemeinsames Frühstück
09:00 Uhr: Vormittags-Lerneinheit (Praxis, Wildpflanzen, Fährtenlesen, Naturhandwerk)
12:30 Uhr: Mittagessen und Pause
14:00 Uhr: Nachmittags-Lerneinheit
15:30 Uhr: Kurze Pause
16:00 Uhr: Vertiefung, Handwerk und Kernroutinen
18:30 Uhr: Gemeinsames Abendessen
20:00 Uhr: Abend-Lerneinheit & Redekreis am Feuer
Ab 21:30 Uhr: Open End am Lagerfeuer
Sonntag (Integration & Abschluss):
08:00 Uhr: Gemeinsames Frühstück
09:00 Uhr: Vormittags-Lerneinheit und Abschluss-Workshops
12:30 Uhr: Gemeinsames Mittagessen und Pause
14:00 Uhr: Abschlussrunde, Feedback und Abbau des Camps
15:00 Uhr: Offizielles Ende und Abreise
(Hinweis: Der genaue Ablauf kann je nach Modulschwerpunkt, Wetterlage und Gruppendynamik flexibel angepasst werden
Draußen sein: Wir lernen direkt in und mit der Natur. Dein Klassenzimmer ist der Wald, das Camp und der Kreis am Lagerfeuer.
Erfahrung vor Theorie: Erst kommt das Eigene Tun und Erleben, danach die Einordnung. Kein trockener Frontalunterricht.
Coyote Teaching & Mentoring: Wir stellen die richtigen Fragen, um deine eigene Neugier zu wecken, anstatt nur Antworten vorzugeben. Du lernst Methoden kennen, die du direkt selbst anwenden kannst.
Gelerntes sofort anwenden: Die Handwerkstechniken und Beobachtungsaufgaben führst du direkt vor Ort eigenständig aus.
Lernen in der Gemeinschaft: Wir arbeiten in festen Gruppen (Clans) und im Gesamtkreis. Der Austausch, das gemeinsame Kochen und das Teilen von Erfahrungen am Abend gehören fest dazu.
Ja, du erhältst nach erfolgreichem Abschluss das offizielle Zertifikat der Wildnispädagogik 1.
Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an den Modulen sowie das Absolvieren der Heimstudien und Jahresaufgaben. Dafür hast du prinzipiell bis zu 3 Jahre Zeit. Solltest du Module verpassen oder noch einmal vertiefen wollen, kannst du diese innerhalb dieser 3 Jahre ohne Extrakosten nachholen oder wiederholen.
Schaffst du es nicht, alle Aufgaben direkt innerhalb der regulären Ausbildungszeit einzureichen, ist das kein Problem: Du erhältst zunächst eine Teilnahmebescheinigung. Sobald du deine Aufgaben innerhalb des 3-Jahres-Zeitraums nachreichst, wird diese in das vollwertige Zertifikat umgewandelt.
1.980 € bei Vorkasse / Einmalzahlung
(Alternativ 2.100 € bei Ratenzahlung).
Test-Einstieg: Ein Einstieg ist über das erste Modul für 400 € möglich. Danach kannst du entscheiden, ob du die gesamte Ausbildung fortführen möchtest.
Im Gesamtpreis ist die Ausbildung inklusive Vollverpflegung, Platzgebühren und Material für alle 7 Module komplett enthalten. Es fallen keine zusätzlichen Kosten vor Ort an.
Ja, Ratenzahlung ist möglich (Gesamtpreis bei Ratenzahlung: 2.100 €). Die Aufteilung der Raten wird nach der Anmeldung individuell festgelegt - max. 4 Raten.
Die Ausbildung richtet sich an alle Menschen ab 18 Jahren, die ihre Naturverbindung vertiefen und handfeste Wildnis-Skills lernen wollen. Besondere Vorkenntnisse oder sportliche Höchstleistungen sind nicht erforderlich.
Der Kurs eignet sich gleichermaßen für:
Menschen, die den Ausgleich zum Alltag suchen und draußen wieder heimisch werden wollen.
Erzieher, Lehrer, Sozialpädagogen und Guides, die Naturpädagogik und Coyote Teaching in ihre berufliche Praxis integrieren möchten.
Alle, die handwerkliche Ur-Techniken, Spurenlesen und Pflanzenwissen von Grund auf
Keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich.
Die Bereitschaft, sich über ein ganzes Jahr bei jedem Wetter auf das Draußensein, das Einfache und das Leben in der Gemeinschaft einzulassen, ist die einzige Voraussetzung.
Verpflegung: Komplett inklusive. Wir kochen frisch im Camp (regional, ausgewogen, überwiegend Bio). Es gibt drei Mahlzeiten am Tag sowie Snacks, Kaffee und Tee. Auf vegetarische oder vegane Ernährung wird problemlos Rücksicht genommen.
Unterkunft: Übernachtung im eigenen Zelt, Tarp oder in der Hängematte direkt auf dem Camp-Gelände. Alternativ ist die Anreise mit dem eigenen Camper/Wohnmobil möglich. In den kalten Wintermonaten steht eine beheizbare Jurte zur Verfügung.
Geleitet wird die Ausbildung von Stevan Bonitz (Gründer und Leiter der Wildnisschule Odenwald) gemeinsam mit einem erfahrenen Mentoren- und Instructor-Team
Wir verbinden handwerkliches Können aus traditionellen Gewerben, langjährige Praxis in Wildniswissen und Fährtenlesen sowie tiefes Prozess-Mentoring nach dem 8-Shields-Modell. Uns ist wichtig, dass Wissen nicht graue Theorie bleibt, sondern praxiserprobt, klar und direkt anwendbar vermittelt wird.
Eine detaillierte Packliste erhältst du rechtzeitig vor dem ersten Modul. Für den Start reichen deine normale Outdoor-Ausrüstung und Dinge für das Camp-Leben:
Wetterfeste, strapazierfähige Kleidung (Schichtenprinzip) und eingelaufenes, festes Schuhwerk
Eigenes Zelt, Tarp oder Hängematte inklusive Isomatte und schlafsackgemäßer Ausstattung für die jeweilige Jahreszeit
Schnitzmesser (feststehende Klinge)
Notizbuch (wetterfest/robust) und Stift für deine Aufzeichnungen und Sitzplatz-Notizen
Teller/Schüssel, Besteck, Becher sowie Trinkflasche und kleiner Tagesrucksack